Archiv für März 2009

la datscha – Seit einem halben Jahr besetzt!

26.09.2008 – 26.03.2009

Ein Resümee und ein Ausblick

Am Anfang stand die Idee einer Besetzung um auf die schwierige Situation von selbstverwalteten Kultur- und Wohnprojekten in Potsdam aufmerksam zu machen. Turbulente und aufregende Tage folgten, vielen Menschen unterstützen die Besetzung und waren mit vor Ort. Wenige Tage nach der Besetzung kam es zu einem Gespräch mit VertreterInnen der Stadt, sowie zu einer offziellen Hausbegehung, bei der deutlich gemacht werden konnte, dass die datscha sich in einem guten und stabilen baulichen Zustand befindet.
Trotz allem wurden kleinere Reparaturen und Umbauten durchgeführt, wie die Ausbesserung des Daches und der Ausbau der Küche.
In den folgenden Wochen entwickelte sich das kleine Haus an der Havel zu einem offenen Wohnzimmer und Treffpunkt, zu einem selbstverwalteten Veranstaltungsort und zu einem Ort der Vernetzung verschiedenster Menschen und Ideen. Gut 30 Veranstaltungen, Konzerte und Partys fanden in den letzten 6 Monaten statt und sprechen für den Bedarf eines Raumes, wie die datscha. Aktionen, wie der Transpi-Contest fanden statt. Ein Umsonstladen wurde eingerichtet und bietet mittlerweile ein großes Sortiment von Alltagsgegenständen und Kleidung zum durchstöbern und mitnehmen. In der Schlemmervöku wird veganes Essen serviert. Eine Sprayerwand wurde installiert und bietet Platz für Kreativität aus der Dose und Gartenbegeisterte Menschen finden mitten in Potsdam Platz sich auszutoben.
Die datscha versteht sich als Gegenentwurf zu einer überteuerten Hochkulturszene, als Gegenentwurf zu einem reglementierten Leben und steht als Zeichen gegen die Vertreibung von andersdenkenden Menschen aus dem städtischen Bild und gegen fortschreitende Gentrifizierungsprozesse in Potsdam. Die datscha steht für Selbstverwaltung und unkommerzielle Kultur und bietet eine Plattform für politische Diskussionen und Auseinandersetzungen, für Soli-Aktionen für andere Projekte und unterstützt den Kampf um Freiräume über die Grenzen der Stadt Potsdam hinaus. Die Vernetzung mit bedrohten Projekten, wie dem Archiv z.B. oder dem „obdachlosen“ Spartacus ist ein wichtiger Teil der politischen Arbeit. Es geht nicht darum sein eigenes Süppchen zu kochen, sondern um Gemeinsamkeiten und darum, gemeinsame Interessen zu artiklulieren und durchzusetzen.
Der erste Winter in der datscha ist nun überstanden und mit dem beginnenden Frühling öffnet die datscha ihre Fenster und Türen, lädt ein, den Blick aufs Wasser zu genießen, im Garten zu werkeln oder ein Lagerfeuer im Grünen zu entfachen und natürlich den Innen- und Außenraum für politische und kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.
Aus einer als kurze, symbolische Besetzung geplanten Aktion ist nach einem halben Jahr ein neuer, kleiner, aber feiner Freiraum in Potsdam entstanden. Alles Gute zum 0,5. Geburtstag für die datscha!!
Weiter gehts, Datscha bleibt!!

UNITED WE STAY

Auf der bundesweiten unitedwestay-Demo gestern in Berlin demonstrierten 5000 Menschen (Nach Zählung der Bullen 2500 Menschen) laut und kraftvoll für den Erhalt linker Freiräume und gegen Stadtumstrukturierung. Die Demo verlief dunkelbunt und weitgehend friedlich, es gab diverse Soli-Aktionen auf der Strecke, und die Bullen verhielten sich weitgehend zurückhaltend. Gegen Ende der Demo Revaler Str. Ecke Simon-Dach-Straße kam es dann doch zu Auseinandersetzungen.

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United we stay! 14.03. Berlin

Es wird eine PotsdamReiseGruppe nach Berlin zur Demo geben. Treffpunkt ist die datscha gegen 11 Uhr zu einem gemütlichen gemeinesamen Frühstück. Und dann gehts gemeinsam los nach Berlin. Wer sich also der Reisegruppe anschliessen will, ist gern willkommen zum Kaffe vorbei zu kommen und mitzufahren.

Freiräume sind nicht nur Häuser und Wagenplätze, sondern auch öffentliche Plätze und Straßen, die emanzipativ (um-)genutzt werden. Natürlich ist auch in Projekten nur in begrenztem Raum ein Ausbruch aus der individualisierten Gesellschaft voller Konsum- und Konformitätsdruck möglich.

Seit den 70er-Jahren gibt es regelmäßig Häuserkämpfe in Berlin. 1990 waren insgesamt rund 300 Häuser besetzt. Eine Hochburg der BesetzerInnen war die Mainzer Straße nach deren Räumung durch 4.000 Bullen es u.a. Solidemos mit mehr als 10.000 TeilnehmerInnen gab. In der Folge gab der Senat dem öffentlichen Druck nach und bot den verbleibenden Projekten ihre Legalisierung an. Etwa die Hälfte nahm das Angebot des Senats an. Die restlichen wurden im Laufe der kommenden zehn Jahre geräumt. Heute geht es größtenteils um den Erhalt der damals legalisierten Projekte. Diese sind bedroht, weil ihre Verträge auslaufen, die BesitzerInnen gewechselt haben, oder die Häuser dem Prozess der Gentrifizierung im Wege stehen. Die Mainzer Straße z.B. ist heute schick saniert und das letzte Mal in den Schlagzeilen gewesen, als das Kind eines GZSZ-Schauspielers aus dem Fenster gefallen ist.

Seit 1996 wirkt die sogennante Berliner Linie der Bullen erschwerend gegen HausbesetzerInnen. Diese weißt die Bullen an, jede Besetzung binnen 24 Stunden zu räumen, auch ohne eine Anzeige der EigentümerIn. Zusätzlich wurde es EigentümerInnen mietrechtlich erleichtert zu kündigen und Mieten zu erhöhen.

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mehr Infos unter united we stay und bei wir bleiben alle

Münster- Statt Räumung, Neubesetzung

Münster, Grevener Straße:
Alle rechneten mit einer Räumung, stattdessen gibt es eine neue Besetzung!

Samstag Nacht verabschiedete sich der letzte legale Mieter aus der Nr.53 mit einer Abschiedsparty. Gestern morgen zog die letzte Nachbarin aus dem Haus Nr. 51 aus, woraufhin direkt das Gebäude von der Firma Orbis Deutschland GmbH verbarrikadiert wurde. Doch sie lernen nicht aus der Geschichte: Weder Mauern noch Stahl hält uns davon ab für unsere Rechte zu kämpfen. Seit den frühen Morgenstunden ist nun auch die Grevener Straße 51 gesquattet.

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