Archiv für Januar 2010

ES GIBT IHN! (immer noch)

der Umsonst Laden in der La Datscha
offen, immer Montags von 16-20 Uhr

Inwole – Neuigkeiten



Unterstützungsbitte

Wir haben in den letzten Wochen lokal, über/regional und international sehr viel Unterstützung erhalten. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken! Besonders die vielen Solidaritätserklärungen führen die Vorwürfe gegen unseren Verein ad absurdum, zeigen eine breite Unterstützung und problematisieren in einer öffentlichen Diskussion das Vorgehen der Kritiker. Uns haben sie darin bestärkt, sich weiterhin intensiv zu engagieren. Um dies schaffen zu können, sind wir aber inzwischen auch auf andere Formen der Unterstützung angewiesen.

Wie bereits beschrieben, belasten uns die fehlenden (eingefrorenen) Mittel aus dem Projekt Mehrgenerationenhaus bereits jetzt erheblich. Insgesamt haben wir bisher ca. 10.000 € selbst vorfinanziert. Möglich war dies nur, weil uns die Bewegungsstiftung ein Darlehen gestundet hat. Unsere Reserven als kleiner, ehrenamtlich agierender Verein sind nun erschöpft. Dazu kommt ein erheblicher Arbeitsmehraufwand durch die Auseinandersetzung mit dem entstandenen Problem. Wegen der Mehrbelastung haben wir leider im Moment kaum Zeit für die Konzeptarbeit, Koordination und die Beantragung von finanziellen Mitteln.

Auch für 2010 sind viele neue Projekte und Veranstaltungen im Projekthaus geplant. Wir wollen die positive Entwicklung fortführen. Wir würden aktuell eigentlich viel lieber alle Kraft auf die Vorbereitung der Projekte für 2010 konzentrieren. Ideen dafür haben wir sehr viele: Geplant ist, indigene Organisationen aus Nord- und Südamerika zu uns einzuladen und über mögliche Unterstützungen zu diskutieren, wir planen den zweiten Interkulturellen Kunst- und Handwerkermarkt, die Umweltbildungsstätte wird ausgebaut, ein Buchprojekt zu Projekten „Solidarischer Ökonomie“ wollen wir umsetzen und nicht zuletzt soll das Thema Ökologie und Klimawandel weiter bearbeitet werden.

Deshalb brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung! Unterstützungsmöglichkeiten.pdf

Kiel: Schüsse auf die Alte Meierei

In der Nacht zum 20. Januar 2010 wurden mit einer Schusswaffe mindestens zwei Schüsse auf den Wohnbereich der Alten Meierei abgegeben. Dabei durchschlugen die Projektile ein Fenster und trafen die Decke des beleuchteten Zimmers. Eine Person, die sich zeitgleich in dem Raum aufhielt, blieb unverletzt.

Die Alte Meierei in Kiel ist als linkes Wohn- und Kulturprojekt ein zentraler und bekannter Ort für antifaschistische und emanzipatorische Politik in der Landeshauptstadt. Bereits in den vergangenen zwei Jahren kam es in Kiel neben der Zunahme propagandistischer Neonazi-Aktivitäten immer wieder zu Angriffen auf tatsächliche und vermeintliche linke,
alternative und migrantische Läden, Projekte und Personen, die nachweislich von Kieler Neonazis begangen wurden.den ganzen Artikel lesen

Palermo: Soziales Zentrum mit massiver Polizeigewalt vor der Räumung

Sozialer Raum und Flüchtlingsunterkunft sollen geschlossen werden

Ein Bericht von Judith Gleitze, 20.1.2010, Palermo

Mit einem Aufgebot von Dutzenden von Polizisten und Carabinieri wurde gestern die Räumung des sozialen Zentrums Laboratorio Zeta in Palermo eingeleitet.Die Straßen wurden abgesperrt, Medien hatten keinen Zutritt zu dem Gelände. Im Laufe des Tages versammelten sich immer mehr Aktivisten und Unterstützer vor der Absperrung, drei Vertreter des Laboratorio schafften es, auf das Dach des Gebäudes zu gelangen und dort über 12 Stunden mit einem Transparent auszuharren. Die Situation eskalierte gegen 11 Uhr zum erstem Mal, als die Unterstützer forderten, der Bauwagen zur Versiegelung des Gebäudes solle abziehen. Es kam zu ersten kurzen Rangeleien mit der Polizei, die sofort Schlagstöcke einsetze. Am Nachmittag dann die zweite, schwerwiegendere Auseinandersetzung. Mit dem Vorwand, es sei mit Orangen geworfen worden stürmten die Polizisten plötzlich auf die friedlichen Demonstranten zu, verfolgten sie und knüppelten sie nieder. Es gab mehrere Verletzte, die in Krankenhäusern versorgt werden mussten.

Die Räumung des Zeta setzt eine Art „Tradition“ fort, für alle offene soziale Räume in ganz Italien zu auszumerzen. Erst vor wenigen Monaten waren die seit Jahren funktionierenden sozialen Zentren L‘Experia in Catania und das Ex Carcere in Palermo geräumt worden. Das Zeta hat eine nunmehr 8-jährige Tradition. Der leerstehende ehemalige Kindergarten wurde am 20. März 2001 besetzt Es entstand ein offener Ort, in dem kulturelle und politische Veranstaltungen stattfanden. Eine Bibliothek mit mehr als 1500 Bänden sollte in den nächsten Tagen wieder eröffnet werden. Auch der Kampf um das Recht für Wohnraum, ein in Palermo brisantes Thema, war hier angesiedelt.

Ein weiteres, nicht uninteressantes Detail: hier leben sei 2003 sudanesische Flüchtlinge, die die Kommune nicht unterbringen wollte. Auch diese werden nun auf die Straße gesetzt, der UNHCR wurde eingeschaltet. Die Kommune hatte ihnen gestern Wohnraum versprochen, doch der Schein trügt: man versucht nun, die Unterstützer des Zeta und die Sudanesen zu trennen, um dem Kampf für den Erhalt des Zentrums den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sind erst einmal die Flüchtlinge untergebracht, dann kann man auch beruhigt räumen, so die Idee. Doch dagegen wehren sich die Bewohner genauso wie die Aktivisten des Zentrums.

Rein rechtlich gesehen gehört das Gebäude einem Verein, der sich angeblich mit Minderjährigen beschäftigt — gesehen hat man davon allerdings nie etwas. Nun besteht dieser jedoch auf genau diese Räume, Verhandlungen mit der Kommune, dem Verein andere Räume zu besorgen scheiterten. Und dies, obwohl es in Palermo sehr wohl viel Leerstand
gibt. Hinzu kommen die immer wieder konfiszierten Gebäude, die in Mafiabesitz waren. Dass sich hier kein geeignetes Objekt gefunden haben soll wird nun auf den Verein geschoben, doch es drückt vor allem den Willen der Kommune aus, die unliebsamen sozialen Zentren endlich loszuwerden.

Wieder einmal wird versucht, sozialen Raum zu beschränken. Gestern Nacht wurde von den Unterstützern beschlossen, ein permanentes Sit-in vor dem Laboratorio zu machen, am heutigen Tag findet eine weitere Demonstration statt. Denn die Aktivitisten und Unterstützer des Laboratorio Zeta sind sich einig — so schnell werden sie nicht aufgeben.

Flugblattaktion zum 19.Januar

Flugblattaktion in der Potsdamer Innenstadt: in der Fußgängerzone von Potsdam wurden am 19.Januar hunderte Flugblätter in Gedenken an die russischen Antifaschistinnen und Aktivistinnen, die in den letzten Jahren von Nazis ermordet wurden, verteilt. Erstaunlicherweise wussten viele Passanten und Passantinnen um die Problematik, so dass die Reaktionen entsprechend positiv/interessiert waren. Infos über das Komitee 19.Januar

Seit über einem Jahr Volxküche in der datscha!!

Aktionstag am 19.Januar

Am 19. Januar 2009 wurden in Russland der Anwalt Stanislaw Markelow und die Journalistin Anastasija Baburowa auf offener Strasse von Nazis ermordet. Der Mord an Markelow und Baburowa ist einer von vielen politisch motivierten Morden in Russland der letzten Jahre. Zuletzt wurde der Antifaschist Ivan Chutorskoi im November in Moskau erschossen.

Das „Komitee 19.Januar“ hat sich vorgenommen, die Neonazigewalt in Russland verstärkt öffentlichkeitswirksam zu thematisieren. Am Dienstag dem 19.Januar ist ein internationaler Aktionstag geplant. Weitere Informationen zu diesem Thema

Aus diesem Anlass soll am Dienstag am 19.1. nach der VOKÜ die selfmade Dokumentation „Antifascist Attitude“ – über die Antifa- Bewegung in Russland – gezeigt werden.

Darüber hinaus wollen wir uns als La Datscha noch mal bei allen Menschen bedanken, die für die Familie von Iwan gespendet haben. Bei der Soli-Party letztes Jahr sind 500 Euro zusammen gekommen.

Komitee 19.Januar.pdf

Pdm – Aktuelles

Projekthaus/ Inwole

Der Förderverein für innovative Lebensformen e.V. (Inwole), der das Projekthaus in Babelsberg betreibt erwägt rechtliche Schritte gegen den Verfassungsschutz (VS). In einer Pressekonferenz am 15.01. im Projekthaus erklärten Vertreterinnen des Vereins, dass bisherige Kommunikationsversuche mit dem VS gescheitert sein und der Verein daher nun eine Unterlassungsklage anstrebt um die Löschung des Eintrags beim VS zu erwirken. Pressespiegel und foerderverein-inwole.de/

Ein Ja zum „Freiland“ Projekt

„Freiland 0.8“ ist der Titel der Variante, auf die sich die fast 40 Teilnehmerinnen eines Workshops am 12.01. in dritter und vorerst letzter Zusammenkunft geeinigt haben. Damit könnte der Weg geebnet sein für ein neues Jugendkulturzentrum auf dem Gelände des ehemaligen Wasserwerkes in der Friedrich-Engels-Straße. Unter anderem soll dort der selbstverwaltete Club Spartacus einen neuen Veranstaltungsort bekommen. Eine endgültige Entscheidung durch die Stadtverordnetenversammlung steht im März noch aus. Pressespiegel

Freiburg: Räumt die Strassen, nicht die Plätze!!!

Am 9. Januar fand in der Freiburger Innenstadt eine Demonstration für den Erhalt von „Kommando Rhino“ statt.

Etwa 250 Menschen haben gestern zusammen mit „Kommando Rhino“ in der Freiburger Innenstadt für mehr selbstverwaltete Wagenplätze demonstriert. Die Demo verlief erfolgreich und friedlich. Der Demonstrationszug zog durch die Kaiser-Joseph-Straße zum Rathaus, über den „Platz der Alten Synagoge“ ins Grün und später in die Vauban. Mit dabei waren unter anderem ein kreativ gebautes Rhino-Mobil, weitere fantasievolle Wägen und viele bunte Transparente. An mehreren Punkten der Strecke waren Redebeiträge zu hören und es wurden Flyer verteilt.
Unsere Situation auf dem „M1″-Gelände hat sich nicht verändert. Wir sind akut räumungsbedroht, ohne zu wissen wo wir unterkommen, wenn wir geräumt werden. weiter lesen

Break the silence – zum Tod von Oury Jalloh

Am fünften Todestag von Oury Jalloh hob der Bundesgerichtshof (BGH) den Freispruch für einen leitenden Polizeibeamten auf. Dem 49-jährigen Dienstgruppenleiter droht nun eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der auf einer Liege gefesselte Jalloh war am 7. Januar 2005 nach Ausbruch eines Feuers in einer Polizeizelle ums Leben gekommen. weiter lesen Die Wiederaufnahme des Prozesses fand grossen Widerhall in der Presse ein Überblick über die Artikel und mehr Fotos
Am 7.1. fand auch die 5. Gedenkkundgebung, organisiert von der Initiative Oury Jalloh in Dessau statt. Trotz Schnee und Kälte kamen rund 150 Menschen zusammen und zogen gemeinsam nochmals vor die Polizeiwache und das Landgericht Dessau um an den grausamen Tod Ourys zu erinnern und eine Aufklärung der Umstände, die zu diesem geführt haben zu fordern.
In Bremen fand am 10.1. eine Kundgebung in Gedenken an Laye Conde statt, der vor 5 Jahren von der Bremer Polizei durch zwangsweise Brechmittelvergabe umgebracht wurde. Anschließend gingen die TeilnehmerInnen ins einige Meter weiter gelegene Paradox, wo eine Fotoausstellung zu den Protesten gegen den Versuch der Verschleierung des Mordes an Oury Jalloh, der fast zeitgleich wie Konde umkam eröffnet wurde. weiter lesen

Oury Jalloh wurde am Morgen des 7. Januar 2005 von der Dessauer Polizei aufgegriffen, in der Zelle Nr. 5 an Händen und Füßen gefesselt, an Wand und Boden gekettet und dadurch gezwungen, auf einer feuerfesten Matratze zu liegen, auf der er kurz nach Mittag lebendig verbrannte. Die Black Community in Dessau forderte eine Untersuchung der Todesumstände Oury Jallohs: Wie kann es möglich sein, dass sich ein an Händen und Füßen gefesselter Mensch selbst anzündet, obwohl sich die Matratze nicht ohne Hilfsmittel anzünden lässt?

Wir fordern: Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung

Oury Jalloh – Das war Mord!
Demonstration zum 5. Todestag in Dessau am 07. 01. 2010

Start: Dessauer Hauptbahnhof 14 Uhr
Abfahrt aus Berlin mit dem Bus ab Alexanderplatz um 10 Uhr
Treffpunkt: Reisezentrum Alexanderplatz im S-Bahnhof
Kontakt: 0174 74 77 656

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