Archiv für März 2010

La Datscha – und was nun?

Der Winter ist oftmals die Zeit der Besinnung. Also dann mal los:
Die Datscha- Besetzung im September 2008 war einer der Höhepunkte in der nun lange währenden Auseinandersetzung um Freiräume, jugend-, sozio- und subkulturelle oder alternative Projekte, unkommerzielle Party- Räume oder was weiß der Fuchs, welche Formulierung nun die Treffendste ist. Letztendlich sollte es auch nicht allzu sehr um Formulierungen gehen, sondern um Inhalte und wahrnehmbare Aktionen.
Sicher, jeder Mensch oder jede Gruppe hat einen eigenen Schwerpunkt. In der Datscha hat sich sehr schnell herauskristallisiert – auch aufgrund der Unterschiedlichkeit der Gruppe, dass wir uns nicht nur mit uns selber – unserem Squat – sondern auch mit dem Geschehen in der Stadt auseinandersetzen wollen. Neben Projekten wie Umsonstladen, Fahrradwerkstatt, Beachvolleyballplatz, Vokü und Veranstaltungsort ist in erster Linie ein Raum entstanden, in dem wir uns selbst organisieren, ein solidarisches Miteinander praktizieren und uns persönlich und politisch weiterentwickeln können.

Darüber hinaus haben wir versucht, bei den Kämpfen um das Archiv und den Spartacus mit einzugreifen. Uns ging es nicht darum, stellvertretend für die Gruppen zu kämpfen, sondern diese im Kampf um ihre Projekte zu unterstützen.
Insofern sind die Bedingungen des Zustandekommens der Zielsetzungen und der zukünftigen Planung der Projekte nicht unwichtig, für uns beim Akt der Unterstützung jedoch zweitrangig.
Aber: Das soll nicht als kritiklose, oberflächliche, bedingungslose Solidarität missverstanden werden.
Unterschiedliche Orte und Projekte verfolgen unterschiedliche Konzepte. Die Einen setzen auf Legalität und öffentliche Förderung (mit den entsprechenden Konsequenzen), die anderen auf ihre Freiheit sagen zu können: Wir bleiben besetzt. Wir verhandeln nicht.
Aber zusammen bilden diese Orte und Projekte die vielfältige Infrastruktur in unserer Stadt, die wir cool oder auch doof finden können.
Sie gehört dazu, trägt vielleicht etwas dazu bei, dass wir es hier noch aushalten und hat Daseinsberechtigung.
Vielmehr sehen wir exemplarisch an diesen – in ihrer Art ähnlichen, aber strukturell unterschiedlichen – Auseinandersetzungen den Kampf um eine Stadt und Welt, die immer beschissener wird.
Auch hier in Potsdam wird die Luft für Menschen immer dünner, die fern der Leistungs- und Ellenbogengesellschaft ein selbstbestimmtes, zwangloses Leben führen wollen. Natürlich ist die Frage berechtigt, wie und wodurch das immer beschissener Werden von Stadt/Welt konkret aufgehalten werden kann.

Aber auch eine andere Frage ist berechtigt: Welche Alternativen gibt es derzeit?

Möglicherweise sind Räume und Gelegenheiten zum Austausch, der Dialog um unsere Kämpfe und die gegenseitige Unterstützung (leider) das derzeitige Maximum?
Anstatt sich einzuigeln und die Kämpfe individuell austragen zu müssen, sollten wir uns solidarisieren, zusammen kommen, austauschen, diskutieren und gemeinsam organisieren. Dass wurde in Potsdam in den vergangenen knapp zwei Jahren halbwegs gut umgesetzt. Vielleicht sind die jetzigen „Erfolge“ vor allem diesem Umstand geschuldet.
Auf alle Fälle sollten die „Erfolge“ nicht dazu führen, dass sich entspannt zurückgelehnt wird und der Fokus weg vom gemeinsamen „Kampf“, hin zum Alltagsgeschäft gelegt wird.
Wir sind uns bewusst, dass Ressourcen wie Kraft, Zeit etc. begrenzt sind.
Aber wir wünschen uns, dass das Gemeinsame der letzten zwei Jahre gepflegt und entwickelt wird. Kampagnen wie die letzte sind immer dynamisch und spontan. Darin liegen ihre Schwächen –aber auch ihre Stärken. In den vergangenen zwei Jahren wurde einiges an Staub aufgewirbelt. Doch was wäre möglich gewesen, wenn nicht nur 30-40 Leute, sondern 200-300 Menschen Aktionen gestartet hätten?

Neben den zwei oben erwähnten Großprojekten gab es noch eine weitere spannende Sache, die in Zukunft – besonders auch für uns als Datscha – brandaktuell werden wird.
Dabei handelt es sich um die Flächen zwischen Nuthe- Schnellstraße, Park Babelsberg, La Datscha und Hundeauslaufplatz. In den letzten eineinhalb Jahren wurde dort vom Jugendfußballverein Concordia Nowawes ein Bolzplatz angelegt und die Wiesen häufig als Freizeit-, Sport- und Partyfläche genutzt.
Mittlerweile sieht es so aus, dass die Stadt dort tatsächlich Sportplätze anlegen will. In welcher Form das geschieht und wie die zukünftige Nutzung aussehen wird bleibt vorerst unklar.
Klar scheint hingegen, dass die Stadt Potsdam und die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten einen Grundstückstausch planen. Das würde bedeuten, dass die Fläche hinter der La Datscha (derzeit Stiftungs-Gelände) der Stadt zugeschlagen wird und dort die Plätze entstehen sollen.
Was bedeutet das für uns?
Wir hoffen, dass Concordia Nowawes den Platz bzw. die Plätze nutzen wird, sodass der stetig wachsende Verein endlich einen Heimplatz bekommt.
Denn wir sind uns sicher:
La Datscha und Concordia Nowawes würden ein ausgezeichnetes, nachbarschaftliches Verhältnis haben.
Doch damit nicht genug. Wir wollen die bisher zaghaft formulierten Ansprüche, die gesamte Fläche für eine selbstbestimmte, lebendige Nutzung zu okkupieren, unterstreichen. Was in vielen Städten selbstverständlich ist, ist in Potsdam ein aufrührerischer Akt: Belebte und genutzte Grünflächen.
Ob Guerilla-Gardening, Sport- und Freizeit-Flächen, Grillen, Open-Air-Musik, Spielplatz oder auf der Wiese liegen. Alles soll möglich sein – also lasst uns daran anknüpfen, was in den vergangenen zwei Sommern einen Anfang genommen hat.

Wir werden uns in die Thematisierung, Diskussion und Aktionsplanung um die Flächen am Park mit einbringen. Ein breites Bündnis aus verschiedenen Interessengruppen und Einzelpersonen würden wir als Bereicherung des so genannten „Szene-Klüngels“ empfinden.

Reclaim your City! Wir gestalten unsere Stadt!
Schluss mit Phrasendreschen!
Packen wir es an!

Fortsetzung folgt….

La Datscha/ Winter 2010

27. März Neuruppin

Nazidemo in Neuruppin stoppen
Antifas rufen zu Protesten gegen den Naziaufmarsch am 27. März in Neuruppin auf

Protest gegen Nazidemo: 27. März, Neuruppin, ab 11 Uhr, Rheinsberger Tor

neurppin.

Aller guten Dinge sind drei?

Nicht immer, denn am 27.03.2010 wollen die neonazistischen „Freien Kräfte Neuruppin“ zum dritten Mal (Mitglieder sind unter anderem Beatrice K., Marvin K. und Dennis K.) ihre menschenfeindlichen und faschistischen Lügen auf die Straße tragen. Angemeldet ist das dumme Spektakel von einem Nazi aus Dortmund unter dem Motto „Nationaler Sozialismus statt Kapitalfaschismus“.

Antifaflyer gegen die Nazidemo in Neuruppin

Hinter diesem vermeintlichen Antikapitalismus verbirgt sich eine rassistische und antisemitische Ideologie, denn die Nazis glauben immer noch an eine „jüdische Weltverschwörung“, wenn sie von Kapitalfaschismus sprechen. Allerdings enthüllt dieses Motto ebenso wie der Naziaufmarsch zum Weltfriedenstag letztes Jahr (mit knapp 300 Nazis), die gefährliche Eigenwahrnehmung der Nazis, welche sie auch nach außen zu vermitteln versuchen. Wie selbstverständlich wird sich positiv auf den Nationalsozialismus bezogen (denn nichts anderes ist „Nationaler Sozialismus“), werden Antikriegsparolen gerufen und behauptet, dass nur die Nazis die sozialen Verwerfungen in dieser Gesellschaft lösen können.

Hier findet eine völlige Verdrehung der Geschichte und der Verbrechen des Nationalsozialismus statt. Diesen Quatsch wollen uns die „Freien Kräfte“ nun schon zum dritten Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren andrehen. Momentan sind sie der Meinung, in Neuruppin Fuß fassen und auf Sympathien innerhalb der Bevölkerung bauen zu können. Zeigen wir ihnen, wie falsch sie liegen.

Kommt zu unseren Infoveranstaltungen im Vorfeld und helft mit, die Demo zu blockieren und zu verhindern!

Kein Fußbreit den Faschisten – am 27.03.2010 auf nach Neuruppin!

quelle: inforiot.de

Diesen Samstag: Infoveranstaltung

Samstag 13.03. um 21h inna datscha
Naziaufmarsch in Neuruppin verhindern! Infos über Aktionen gegen den Naziaufmarsch am 27.03. in Neuruppin
mehr Infos zum Aufmarsch

Über den Tellerrand…

Hausbesetzung in Nijmegen (NL)

Nimegen kraakt door! Am Samstag den 6. März 2010 wurde in Nijmegen (Niederlande) das ehemalige Grundstück und Gebäude von Berntsen & Braam am Nieuwe Nonnendaalseweg von ca. 100 Leuten besetzt. Das Ziel dieser Besetzung ist der Aufbau eines neuen sozialen Zentrums. den ganzen Artikel lesen

Hausbesetzung in Reichenbach/Vogtland

Vom 5.-7. März besetzten etwa 100 junge Menschen ein seit über einem Jahrzehnt leerstehendes Bahngebäude in Reichenbach. Die im November 2009 gegründete Kampagne „Dieses Haus kann Leben“ findet damit ihren derzeitigen Höhepunkt. Erklärtes Ziel ist es in der Stadt ein Alternatives Kultur- und Wohnprojekt zu etablieren. Seit dem frühen Freitagabend haben junge Reichenbacher und zahlreiche Unterstützer das Gebäude am alten Güterbahnhof für ihre Zwecke in Besitz genommen. Mit der für das Wochenende geplanten Aktion, soll auch auf den zunehmenden Leerstand und Verfall des Stadtbildes hingewiesen werden. den ganzen Artikel lesen

Berlin – Die letzten besetzten Häuser

Sie hiessen „Haus am Ostkreuz“, „Haus in der Eldenaer“ und „Haus in der Ackerstrasse“, hatten keine Kampagnen die ihre Namen bekannt machten und eine „linke Szene“ interessierte sich nicht für sie und die Menschen die in ihnen lebten. Die letzten besetzen Häuser in Berlin wurden sang- und klanglos durch die Berliner Polizei oder durch Sicherheitsdienste geräumt und niemand hat es gemerkt. den ganzen Artikel lesen

Freiburg – Freiraumkampagne startet mit Party- Besetzung

In der Nacht vom 6. zum 7. März besetzten etwa 100 Freiraum-Aktivist_innen für einige Stunden ein Haus in der Günterstalstraße, das seit rund drei Jahren leer steht. Mit der Besetzung wurde auf Leerstand und die prekäre Wohnungssituation hingewiesen und Freiräume für nonkommerzielle Nutzung gefordert. Dies fand im Rahmen einer Party statt, die den Auftakt zur Freiraumkampagne „Plätze. Häuser. Alles.“ bildet. den ganzen Artikel lesen

Hausbesetzung in Geringswalde

Am 6.März 2010 wurde ein Haus in der Wiesenstraße besetzt. Nach mehreren gescheiterten Verhandlungsversuchen mit der Stadt, wurde nun dieser Versuch der Artikulation durchgeführt. Als, nach einem Naziaufmarsch, im vergangenen Jahr der Jugendtreff des Jugendvereins „solid“ geschlossen wurde, gibt es keinen Alternativen Platz für Jugendliche mehr. Mehrere Verhandlungsversuche, von Versammlungen vieler alternativer Jugendlicher in der Stadtratssitzung bis hin zur Demonstration, schlugen völlig fehl. den ganzen Artikel lesen/squatgw.blogsport.de

Prozess zur Skaterhallenräumung am 9.11.2008 verschoben

Wegen des Fehlens eines Angeklagten und diverser Zeugen ist der Prozess zur Räumung der Skaterhalle am 9.11.2008 verschoben worden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Vermutlich jedoch im Zeitraum Juni bis Juli.

Positiver Beschluß für „Freiland“-Projekt

Das Jugendprojekt „Freiland“ wird Realität. Mit den Stimmen von SPD, Linken, Grünen und der Gruppe „Die Andere“ beschlossen die Stadtverordneten gestern Abend unter lautem Jubel vieler Jugendlicher die Errichtung des Projekts auf einem Gelände an der Friedrich-Engels-Straße. CDU, FDP und das Bürgerbündnis stimmten dagegen. Der Abstimmung war eine einstündige Debatte vorausgegangen, in der vor allem CDU und FDP noch einmal ihre Bedenken äußerten. (Quelle)


Ausflug der subversiven Gartenzwerge from Pink Wittchen on Vimeo

Prozessbeginn gegen Besucher der Skaterhallenparty am 9.11.08

Am kommenden Mittwoch, dem 3.3.10 um 13 Uhr beginnt im Justizzentrum Potsdam, Jägerallee der Prozess gegen einen Besucher der Party am 9.11.08 in der Skaterhalle.
Die Anklage lautet : Landesfriedensbruch, Widerstand gegen die Staatsgewalt und versuchte schwere Körperverletzung. Ihm wird vorgeworfen einen Beamten mit einer Flasche attackiert zu haben. Dies ist eine klare Lüge, um das harte Durchgreifen der Prügelbullen aus Berlin zu legitimieren. Nach dem vermeintlichen Angriff des jungen Mannes, wurde er mit einem Faustschlag nieder gestreckt, blutete aus Nase und Mund und wurde abgeführt. Am Polizeitransporter angekommen, wurde er nach Vermummungsgegenständen durchsucht und Zeuge wie die Beamten das vorhandene Videomaterial des Einsatzes vor seinen Augen löschten.

Die besagte Party fand im Anschluss an die größte Freiraum-Demo, die es seit langem in Potsdam gab, statt. Unter dem Motto „Freiräume statt Schlossträume“ demonstrierten am 9.11.08 rund 1500 Menschen für den Erhalt von selbstverwalteten Kultur- und Wohnprojekten und gegen den weiteren Ausbau des preußischen Freilichtmuseums Potsdam mit Stadtschloss und Granisonskirche. Die Feierlichkeit in der Skaterhalle (die mittlerweile auch abgerissen wurde) verlief bis in die Morgenstunden friedlich und ohne Zwischenfälle. Wieso die Potsdamer Polizeieinsatzleitung gegen frühen Morgen entschied mit Hilfe einer Berliner Einheit die Party nicht nur zu beenden, sonder äußerst brutal räumen und mehrere Besucherinnen festnehmen ließ, ist eine der offenen Fragen in diesem Prozess. Anstatt die Besucherinnen der Party den Nachhauseweg antreten zu lassen, eskalierte durch das Vorgehen der Berliner Polizei die Lage. Die jungen Potsdamerinnen wurden von den aggressiven Polizisten über das Nachbargrundstück gejagt, als „Schwuchteln“ und „Wixer“ beschimpft und mit Schlagstöcken und Fäusten verletzt. Ihren Einsatz feierten die Beamten mit lauten „Auswärtssieg“ Rufen. Nachfragen um die Dienstnummern herauszubekommen wurden mit Aussagen wie: „Was, du hast mir einen Dicken gezeigt?“ beantwortet.

Wir solidarisieren uns mit dem Beschuldigten und fordern die unverzügliche Einstellung des Verfahrens! Gegen Polizeigewalt und Repression! Kommt zum Prozess am 3.3. um 13 Uhr im Justizzentrum, Jägerallee!!

Und noch einmal zur Erinnerung:




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: