Archiv für Mai 2010

Boumanns – 10 Jahre nach der Räumung


Foto von der Aktion 3 Jahre Boumanns Räumung

Am 1.Juni vor genau 10 Jahren wurde nach einem Zimmerbrand das Boumanns in der Kurfürstenstr.5 mit einem massiven Polizeieinsatz geräumt

Das Boumanns war nach der massiven Räumungswelle von besetzten Häusern und Projekten Ende der 1990er Jahre zu einem wichtigen Anlaufpunkt und Konzertort in der Potsdamer Innenstadt geworden. In der Nacht auf den 1.6.2000 kam es in einem der Seitenflügel zu einem Zimmerbrand. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits seit Monaten keinen elektrischen Strom mehr im Haus. Dieser wurde von der Stadt abgestellt. Der komplette Alltag, Veranstaltungen und Konzerte wurden bei Kerzenlicht und mit Hilfe eines Notstromaggregat durchgeführt. Die Nutzerinnen und Bewohnerinnen wurden bis zu diesem Tag vom Eigentümer geduldet. Dieser hatte am 1.6. zugesichert, dass nach Beendigung des Feuerwehreinsatzes die Nutzerinnen das Haus wieder betreten könnten. Lokalpolitik und Bullen kamen dieser Zusage nicht nach und verwehrten der versammelten Menge vor dem Haus den Zutritt. Nach einigen Stunden reichte es den anwesenden Besetzerinnen und sie verschafften sich erneut Zugang zum Haus.
Wenig später begann die Räumung durch zum Teil komplett vermummte und schwer bewaffnete Bullen und unter Einsatz etlicher Liter CS-Gas, das in die Räume gesprüht wurde, in denen sich die Besetzerinnen aufhielten. Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr durch die im Einsatz befindlichen Bullen entschieden sich die Besetzerinnen für ein gemeinsames Verlassen des Hauses. Eine Nacht auf der Wache und eine ED-Behandlung folgten.

Drei Tage später, am Sonntag sollte es eine spontane Kundgebung und Demonstration gegen die Räumung und das Vorgehen der Bullen geben. Kurz nach dem sich einige Dutzend Demonstrantinnen auf dem Bassinplatz versammelt hatten, wurde die Kundgebung durch einen ausgesprochen aggressiven Bulleneinsatz aufgelöst. In den folgenden Stunden kam es zu unzähligen Festnahmen. Von den ca 50-60 festgenommenen Menschen blieben über 20 für drei bzw. vier Tage im sogenannten Vorbeugegewahrsam. Es war das erstemal in der Geschichte der Potsdamer Bullen, dass diese Art der „Gefahrenabwehr und Vorbeugung“ in solch einem Ausmaß angewendet wurde.

Die Antwort auf die Ereignisse kam prompt. Für mehrere Tage herrschte in Potsdam immer wieder Ausnahmezustand. Tagelang tauchten immer wieder Gruppen von Menschen in allen Stadtteilen auf und zeigten, dass sie sich von Räumung und Repressionen nicht einschüchtern ließen. Viel Glasbruch und einiges an Sachschaden war in kürzester Zeit entstanden. Artikel und mehr Infos zu den Ereignissen

Am 8. August 2000 folgte eine öffentliche Neubesetzung der ehemaligen Kammer der Technik an der Ecke Schopenhauer- Weinbergstraße. Bis zum Abend hatten sich viele Unterstützerinnen im und um das Haus versammelt, ein Konzert wurde vorbereitet. Bullen waren bis zum Abend nicht aufgetaucht. Mit Einbruch der Dunkelheit fuhr überfallartig ein Sondereinsatzkommando vor, prügelte auf alles ein, was ihnen in den Weg kam und räumte unter Einsatz starker körperlicher Gewalt das Haus. Zeuginnen sagten aus, dass sie den Befehl zum Ausschalten der Kameras der Bullen hörten. In den folgenden Minuten kam es zu einer Prügelorgie auf dem Dach des Hauses. 19 Besetzerinnen wurden festgenommen und nächsten Tag mit etlichen blauen Augen und Prellungen aus dem Gewahrsam entlassen. Artikel zur Besetzung

Einige „stillere“ Besetzungen folgten in den Monaten danach. Die Nulltoranzpolitik gegen Neubesetzungen der Stadt führten aber immer wieder zu Räumungen. Im Jahr 2001 kam es dann noch zu der Räumung der „Breiti“ in Babelsberg. Ein runder Tisch bestehend aus Menschen aus bereits geräumten Häusern oder noch bestehenden begann Verhandlungen mit der Stadt Potsdam um legale Ausweichobjekte. Ergebnisse dieser Verhandlungen sind heute die legalisierten Projekte in der Zeppelinstr.25/26, die Tornowstr. und einige anderen Projekte. Eine Neubesetzung gab es bis zum Spätsommer 2008 nicht mehr.(…)

Wir betteln nicht! Wir fordern!

Show an undead system how to die – Kapitalismus abschaffen!

krise

Heraus zum antikapitalistischen Block auf der bundesweiten Krisende­mo!
12.​Juni | 12 Uhr | U-BHF Alexanderplatz | Berlin

Die Dramatik der wirtschaftlichen Lage ist schwer zu übersehen: Einige süd- und nordwesteuropäischen Staaten stehen kurz vor der Staatspleite und ein 750 Milliarden Euro schwerer Notkredit soll den Euro retten. Die zunehmende Staatsverschuldung wird sich in einem noch schwer zu reali­sierenden Maße auf breite Teile der Bevölkerung auswirken und auch in Deutschland stehen massive soziale Verschlechterungen auf der Tages­ordnung. Sozialleistungen und Lohnausgaben werden zurückgefahren, Le­bensrisiken weiter privatisiert, die staatliche Arbeitsverwaltung weiter ver­schärft. Immer mehr Menschen müssen beschissene Arbeitsverhältnisse und Leiharbeit akzeptieren, mit noch mehr Stress und noch weniger Si­cherheit. Immer mehr müssen ihre Niedriglöhne durch Arbeitslosengeld II aufstocken. Noch viel mehr fallen ganz aus dem Verwertungsprozess her­aus und werden vom Amt oder in Beschäftigungsprogrammen schikaniert.

Vor Schulen und Unis macht der verschärfte Konkurrenzzwang nicht halt. Im Ausleseverfahren des gegliederten Schulsystems, durch Turbo-​Abitur und Bachelor-​Master-​System werden die Selektion und Verwertbarkeit des Humankapitals optimiert. Was GewinnerInnen und VerliererInnen der kapitalistischen Produktion unter anderem zusammenhält, ist ihre gemein­same Abhängigkeit vom Erfolg des Standorts in der Weltmarktkonkurrenz. Die vermeintliche Ohnmacht gegenüber den eigenen gesellschaftlichen Verhältnissen verschweißt das nationale Kollektiv ideologisch zur Schick­salsgemeinschaft.

Die Hetze gegen Griechenland ist auch ideologischer Ausdruck der natio­nalen Konkurrenz. Die Krise heißt Kapitalismus! Der langjährige „Export­weltmeister“ Deutschland hat Staaten wie Spanien, Portugal oder Grie­chenland in Grund und Boden konkurriert – und wirft ihnen nun die desas­trösen Folgen dieses Verdrängungswettbewerbs vor. Mit den Erpres­sungskrediten von EU und IWF wird Griechenland auf Jahre in ein Rationa­lisierungsdiktat gezwungen. Breite Bevölkerungsschichten von SchülerIn­nen und Studierendenüber Erwerbslose und Lohnabhängige bis hin zu RentnerInnen müssen drastische soziale Einschnitte hinnehmen. Die Be­troffenen haben diese Angriffe mit entschlossenem Widerstand beantwor­tet – vom Generalstreik bis hin zur militanten Straßenaktion.

Im Kapitalismus ist eines sicher: seine Krisen. Die zwanghafte Konkurrenz der Firmen und Standorte produziert seit mehr als einem Jahrhundert eine Krise nach der anderen. Jedes Geschäft – ob Gemüse, Autos, Waffen oder Aktienderivate – wird für ein künftigen Gewinn angeworfen. Wer im Kampf um Märkte und Investitionen überleben will, muss unkalkulierbare Risiken eingehen, und jede Profitchance rücksichtslos ausnutzen.

Von Anfang an zum Scheitern verurteilt war die Hoffnung, dass sich diese sogenannte Gesellschaftsordnung bändigen ließe, sei es durch die Markt­kräfte oder den Staat. Die aktuelle Systemkrise beweist das Gegenteil: Die kapitalistische Verwertung macht jeden Steuerungsversuch zunichte. Jede krisenbedingte Rationalisierung verschärft nur die Konkurrenz, und damit die Gefahr neuer Krisen. Die „Rettungspakete“ für Konzerne und Banken stützen nur das kapitalistische Krisenkarussell.

Der kapitalistische Verwertungszwang ist ein andauernder Anschlag auf ein gutes Leben. Im Hamsterrad der Konkurrenz geht es nicht um individu­elles Glück und gesellschaftliche Bedürfnisse, sondern um privaten Profit und nationalen Vorteil. Diesen mörderischen Unsinn wollen wir nicht. Des­halb kommt alle zum antikapitalistischen Block. Lasst uns unsere radikale Kritik in die Gesellschaft tragen. Wir kriegen nur wofür wir kämpfen. Für die soziale Revolution!

Sa, 12.​06. – 12 Uhr – Alexanderplatz – Berlin-​Mitte

HH – „Recht auf Stadt“-Bewegung (Teil 3)

Im Laufe des Jahres 2009 hat sich in Hamburg eine vielfältige und breite Bewegung gebildet, die sich gegen Prozesse der Gentrifizierung und Stadtumstrukturierung richtet und ein „Recht auf Stadt“ einfordert. Die zahlreichen Initiativen, die sich u.a. aus Künstlerinnen, Kleingärtnern und Teilen der außerparlamentarischen Linken zusammensetzen, haben es nicht nur geschafft, über Besetzungen, Manifeste und Störaktionen eine große Öffentlichkeit herzustellen, sondern bereits jetzt erste konkrete Erfolge erzielt.
Teil 3 der Dokumentation zur „Recht auf Stadt“ Bewegung in Hamburg kann hier nachgelesen werden, außerdem nochmal Teil 1 und Teil 2

European Squatting Meeting

European Squatting Meeting unter dem Motto “Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Besetzens in Europa” vom 17. bis 20. Juni in Barcelona, Spanien.

Tempelhof – Aktionstag


Bericht und Fotos vom Aktionstag

RECLAIM TEMPELHOF

8. Mai 2010: Nehmen wir uns die Stadt zurück?!

Am 8. Mai 2010 soll das Tempelhofer Feld unter dem schönen Motto “Bewegungsfreiheit” durch den Berliner Senat eröffnet werden. Dieser längst überfällige Schritt erfreut zunächst. Allerdings wird durch die Pläne des Senats weder Bewegungsfreiheit noch, wie von diesem oftmals suggeriert, ein Freiraum, gestaltet durch die Anwohner_innen, geschaffen. Stattdessen soll, designed von dem senatseigenen Unternehmen “Grün Berlin GmbH”, ein Park mit Öffnungszeiten und nächtlicher Schließung, Parkordnung, Wachschutz, umringt von Stacheldraht und Sicherheitszaun mit 5 Toren als Ein- und Ausgang, installiert werden. Abgeschottet wird dieser Hochsicherheitspark dem Flächennutzungsplan zufolge von privaten Luxus- und Eigentumswohnungen, was hohe Profite für wenige verspricht und steigende Mieten sowie Verdrängung für viele bedeutet. Aufruf weiter lesen / das Programm für den 8.Mai

Utopien entdecken! Libertäre Tage in Dresden

Eine Woche Aktionen und Programm in DD – Bericht und Reflexion


Gestern zum 1. Mai starteten mit einem Straßenumzug die libertären Tage in Dresden. Unter dem Motto „Von der Arbeit bis zur Befreiung – Utopien entdecken!“ wird es noch bis zum 8.5. ein vielfältiges Programm rund um das AZ Conni geben. Neben Vorträgen zu Themen wie z.B. „commons-basierte Selbstentfaltungsgesellschaft als konkrete Utopie!“ oder zu der neuen „Reclaim the fields“Bewegung, wird es ein vielfältiges Workshopangebot, Konzerte, Strassenaktionen und einiges mehr geben. Für all die Menschen, die nicht an den Aktionen und Workshops teilnehmen können, gibt es ein paar interessante Wikis: Projekt Hausbesetzung / Reclaim the fields

das ganze Programm / AK Freiraum Dresden

Während der Aktionstage kam es am 7.5. zu einer Hausbesetzung mit anschliessender Räumung. Artikel lesen




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