Völkerschauen reloaded?!

3.-10.7.2010 in Berlin und Eberswalde: Afrika- und Namibia-Tage im Zoo

Und wieder veranstalten deutsche Tiergärten ‚afrikanische’ Tage. In einem der Rahmenprogramme sollen afrikanische Menschen sowie ihre Darbietungen, Kunst und Kultur Gegenstand eines Zoobesuchs werden.

Man hätte meinen können, der Fall “African Village” in Ausgburg 2005 hätte sich in der Branche herumgesprochen und zu einem Lernprozess geführt. Damals gab es zahlreiche internationale (und deutsche) Proteste; die Veranstaltung wurde dennoch durchgeführt, unter anderem mit dem Argument “dass ja sonst auf Sportveranstaltungen auch keine ‘Farbigen’ mehr zu sehen sein dürften” und man “den Zoo” für den “genau … richtige(n) Ort” halte, um “die Atmosphäre von Exotik zu vermitteln” und den Ausgburger_innen “die Afrikanische Kultur” nahezubringen. Auch damals wurde perfide damit argumentiert, dass der Erlös ja einem ‘guten Zweck’ zugute kommen werde. Als wäre das durch Veranstaltungen in einem würdigen Rahmen, der strukturell und inhaltlich nicht an die deutsche Geschichte gewaltvoller Völkerschauen anknüpft, nicht zu bewerkstelligen.
Im Fall Eberswalde findet sich dieselbe Konstellation (‘Afrika’ durch Zoobesuch ‘nahebringen’, als homogen konstruieren: ‘afrikanisches Essen’, dabei auch noch etwas Gutes tun: ‘Spenden’, exotisierende Spektakel paternalistisch als ‘afrikanische Interessen’ deuten), jedoch in ganz neuer rassistischer Qualität. Die ‘Volksgruppe’, der durch den Erlös aus der Veranstaltung in Eberswalde finanziell ‘geholfen’ werden soll, wird in der Broschüre doch tatsächlich als Vorstufe von westlichen Menschen bezeichnet und betrachtet, sowie als integrationsbedürftig. In der Ankündigung der Veranstaltung werden afrikanische Menschen und Kulturen nahtlos in die Betrachtung von Tieren eingereiht. weiter lesen/ mehr Infos





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