Archiv für März 2012

Das wandelnde Guggenheim-BMW-Lab?

Wie in der PNN unter dem Titel „Exil für Guggenheim-Lab? CDU-Chefin: Potsdam ist gute Alternative zu Berlin“ (Artikel lesen) zu lesen ist, schlägt die Brandenburger CDU vor, dass das Guggenheim-BMW-Lab, das ursprünglich in Berlin Kreuzberg entstehen sollte, nach Potsdam kommen könnte. Saskia Ludwig von der CDU meint: „Geeignete Standorte gebe es viele in der Landeshauptstadt. Neben Arealen wie dem Lustgarten, so Ludwig erkennbar ironisch, böte sich auch das Gelände des alternativen Jugendkultur-Zentrums „Freiland“ in der Friedrich-Engels-Straße an.“
Laut MAZ ist dies nicht nur eine fixe Idee der CDU. „Es ist kein Aprilscherz: Potsdam hat sich als Standort des Guggenheim-Labs bei der Guggenheim-Stiftung ins Gespräch gebracht. (…) Nach den Vorstellungen der Stadt würde es hervorragend in die Schiffbauergasse passen. Das verlautete aus Rathauskreisen, eine offizielle Bestätigung wollte die Stadt aber nicht geben. Nach MAZ-Informationen hat die Stadt sowohl persönlich als auch schriftlich bei der New Yorker Stiftung vorgesprochen, dort aber nur eine „höfliche Zur-Kenntnisnahme“ erreicht. (…) Eine Entscheidung will Guggenheim Anfang April finden.“Artikel lesen

Hintergrund des Angebots seitens der CDU und nun auch seitens der Stadt ist das Scheitern der bisherigen Pläne von BMW und dem Guggenheim-Museum aus New York. Ursprünglich sollte das temporäre (6 Jahre) „Forschungslaboratorium“ zum Thema „urbanes Leben und Wohnen in der Zukunft“ im Berliner Wrangel-Kiez installiert werden. Nach erfolgreichen Protesten nahmen sowohl BMW als auch Guggenheim Abstand von ihren Plänen.
mehr Hintergründe zu den Protestenhier und hier

Wer von Vereinnahmung redet, darf von Erfolgen nicht schweigen

Erfahrungen aus 30 Jahren Besetzungsbewegung
Von ak, entnommen der arranca! Nr. 44 vom August 2011

Hausbesetzungen sind eines der Zauberwörter linker Bewegungen: Sie sind unmittelbar radikal, sie brechen mit der Eigentumslogik, sie schaffen reale Freiräume, in denen es möglich scheint, kapitalistischen Herrschaftsverhältnissen zumindest teilweise zu entgehen. Hausbesetzungen haben eine glorreiche Geschichte. Mit ihnen verbinden sich Erinnerungen an kurze Sommer der Anarchie, wie es sie in vielen europäischen Städten gegeben hat.
Nach den großen Berliner Hausbesetzungsbewegungen der 1980er und 1990er Jahre wird die Legendenbildung überlagert von einer weniger ‚glorreichen’ Wahrnehmung. Angesichts der kompromisslosen Berliner Räumungspolitik erreichen Besetzungen oft nur noch symbolische Wirkung. Sie werden als szeneradikale Rituale wahrgenommen, die städtische Machtverhältnisse kaum in Frage stellen. Und spätestens seit das Wort Gentrifizierung in aller Munde ist und die Kritik daran ergänzt wird durch eine Selbstkritik der eigenen Pionierrolle, rücken auch (ex-)besetzte Häuser in ein anderes Licht. Eine in Mode gekommene Debatte um die Vereinnahmung linker Bewegungen beschreibt Hausprojekte als subkulturelle Farbtupfer, die zu steigenden Mieten und Verdrängung beigetragen hätten.
Beide Sichtweisen sind trügerisch. Einer legendären Stärke der Bewegung kann mensch nur nachtrauern oder auf einen spontanen Neuausbruch der Revolte hoffen. Und eine Debatte um eigene Verstrickungen in die Herrschaftsverhältnisse scheint hochgradig selbstreflektiv zu sein. Doch sie ist auch ein Spiegel linker Selbstüberschätzung und Ohnmacht. Selbstüberschätzung, weil sie sich fast eitel als Verdienst an den Hut steckt, Stadtviertel auch über die Szene hinaus attraktiv gemacht zu haben. Und Ohnmacht, weil kaum Aussicht darauf zu bestehen scheint, die gesellschaftlichen Verhältnisse herauszufordern und weil die Betrachtung der eigenen Schuld die Handlungsunfähigkeit der Linken noch erhöht.

Erzählungen vom Niedergang und wie man ihnen entkommen kann

Mit der Vereinnahmungs-Diskussion scheint sich in Berlin eine Niedergangserzählung durchgesetzt zu haben. Die hört sich ungefähr so an:
Nachdem zwischen Dezember 1980 und Mai 1981 circa 165 Häuser besetzt worden waren, beendete der neu gewählte CDU-Senat den Höhenflug der Bewegung. Als die Berliner Polizei auf einer Demo einen Besetzer in den Tod trieb und Hausdurchsuchungen und Räumungen zum Alltag wurden, begann sich die Bewegung zu spalten. Stadtteilgruppen drängten auf wohnungspolitische Reformen und fanden militante Aktionen dafür nur hinderlich. Die Verhandler_innen sahen in der Legalisierung die einzige Möglichkeit, ihre Häuser zu halten. Und die Nicht-Verhandler_innen aus dem autonomen Spektrum sahen sich zusehends an den Rand gedrängt.
Die Spaltung entsprach einer Doppelstrategie des Senats: selektive Einbindung guter Besetzer_innen und repressive Marginalisierung der Chaoten. Die Stadtteilgruppen ließen sich in Beteiligungsverfahren einbinden und professionalisierten sich, um den Anforderungen von Planungsrunden und Mittelvergaben zu entsprechen. Und die Verhandler_innen richteten ihre Energien auf die erhofften Verträge und die staatlich subventionierte Instandsetzung ihrer Häuser.
1984 wurden die letzten Häuser geräumt. Die mehr als 100 legalisierten Häuser wurden zum Spezialfall der „behutsamen Stadterneuerung“: Statt Abriss und spekulativem Neubau wurden Altbauten saniert. Aus den Widerstandshorten in Kreuzberg und Schöneberg wurden „lebendige“, alternativ geprägte Szeneviertel.
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Dauerkundgebung der subversiven Gartenzwerge and friends

Unsere pinkfarbenen Freunde, die subversiven Gartenzwerge und einige ihrer Kumples haben die Havel überquert und halten auf der anderen Seite der Havel seit dem 12.03.12 im Kunstraum Potsdam eine Dauerkundgebung für den Erhalt linker, alternativer Wohn- und Kulturprojekte ab.
Wer die Kundgebung unterstützen oder besuchen möchte, kann dies sehr gerne noch bis zum 22.4.12 (immer Mittwoch bis Sonntag 12 bis 18 Uhr) machen. Ort: Kunstraum Potsdam, Schiffbauergasse 6

Über den Tellerrand und lokale Suppe

[Pdm] Diskussion zur Wohnsituation im Netz

Seit einigen Tagen ist die Internetplattform Potsdam22 freigeschaltet. Hintergrund und Ziel des Projekts ist laut Seite folgender: „Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam hat ein Expertengremium berufen, das sich mit den sozialen Folgen des Anstiegs der Wohnkosten auseinandersetzen wird. Grundlage ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. Die Experten sollen der Frage nachgehen, wie sich der demografische Wandel, die Anstrengungen zur Kohlendioxidverringerung und zur Klimavorsorge auf die Kosten des Wohnens auswirken werden und welche sozialen Risiken aus dieser Entwicklung resultieren. Im Weiteren gilt es, sich mit der Frage auseinander zu setzen, über welche Instrumente die Landeshauptstadt verfügt, um dem Kostenanstieg zu begegnen bzw. um die sozialen Folgen des Anstiegs der Wohnkosten abzufangen. Hier spielt auch die Frage der Errichtung von Sozialwohnungen eine Rolle.“weiter lesen

Im Forum der Seite können alle Potsdamer_innen Fragen rund um den Wohnungsmarkt, Mietkosten u.ä. mitdiskutieren. >>>>zum Forum

Erklärung das AK recht auf Stadt zum Projekt „Potsdam 22 – In Potsdam wohnen 2022“

Am 3. März startete mit der Inbetriebnahme der Internetseite Potsdam22.de das von der Stadt ins Leben gerufene Projekt, durch ein Expertengremium ermitteln zu lassen, wie in Potsdam bezahlbarer Wohnraum gesichert werden kann.
Dass dieses Projekt zur Lösung der Potsdamer Wohnungsnot genauso viel oder wenig beitragen wird, wie sämtliche Workshops, Gesprächsrunden etc. der Stadtverwaltung bisher ist jetzt schon absehbar.
Denn bei dem Projekt Potsdam22 geht es vorrangig darum, das bestehende Elend des Potsdamer Wohnungsmarktes schönzureden und den sich zuspitzenden sozialen Konflikt in dieser Stadt totzuquatschen. Dies macht sich schon in den Fragestellungen deutlich, über die die Potsdamer_Innen im Forum von Potsdam22.de, dem Kernbestandteil des Projektes, diskutieren dürfen. weiter lesen

Erneute Hausbesetzung in Köln!

Aus der Erklärung der Besetzer_innen: Wir sind am 02.03.2012 in ein leerstehendes Haus am ehemaligen KHD-Gelände an der Deutz-Mülheimer-Straße eingezogen. Dort entsteht ein Kollektiv; das heißt eine Gruppe von Menschen, die ohne Chef_in zusammen wohnen und arbeiten möchten. Wir wollen selbstbestimmt und selbstverwaltet zusammen leben. Seit den 70ern existiert in Köln bereits ein solches Projekt, die Sozialistische Selbsthilfe Köln. Leider ist der Raum für derartige Initiativen begrenzt. Für uns ergibt sich daraus die Konsequenz, dass wir selbst Initiativen aufbauen müssen. Denn im Kapitalismus werden wir mit täglichen Problemen wie Armut, Obdachlosigkeit, Wohnungsnot und der daraus folgenden Abhängigkeit alleingelassen. weiter lesen
Am Abend des 3.3. wurde die Besetzung durch die Polizei beendet. mehr Infos

[DK] Ungdomshuset Gedenkdemo

Am 1. März fand anlässlich des fünfjährigen Jubiläums der Räumung des Ungdomshusets eine Gedenkdemonstration in Kopenhagen statt. Sie stand unter dem Motto „Nichts verziehen, nichts vergessen“. Doch Ziel der Demo war nicht nur das Gedenken an die Räumung, welche von massiven Unruhen begleitet wurde, sondern auch Solidarität für andere bedrohte Freiräume wie die Køpi zu zeigen und gegen Gentrifizierung Stellung zu beziehen, welche in Kopenhagen bereits viel weiter vorangeschritten ist als in Berlin. weiter lesen

Video der Demo

[FFM] Besetzung des IVI bedroht

Seit bereits über 8 Jahren bietet das Institut für vergleichende Irrelevanz(IvI) im Kettenhofweg 130 in Frankfurt a.M. die Möglichkeit „Theorie Praxis und Party“ unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen. Nun hat die Leitung der Frankfurter Goethe-Universität das Gebäude, in dem sich das das IvI befindet an einen privaten Investor verkauft. weiter lesen




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