Archiv für Oktober 2013

Aktionstage für ein Recht auf Wohnen

19. Oktober 2013
Europaweiter Aktionstag für das Recht auf Wohnen

Mehr Infos gibts hier
oder unter dem twitter-hashtag: #19o auf http://wirbleibenalle.org

04. -08. November 2013
Aktionstage des Bündnis „Studis gegen hohe Mieten“

Mehr Infos

Wohnungsbesetzung vorerst beendet

Wohl eher YOLO als Wohnung – Unterstützer_innen einer Wohnungsbesetzung in Potsdam luden am heutigen Sonntag 14.00 Uhr zur Pressekonferenz im Hof

Ein Bericht von INFORIOT

Die Wohnung ist geräumt. Als gescheitert oder gar vorbei kann die Aktion “YOLO oder Wohnung?“ wohl dennoch nicht abgetan werden. Nun hatten Unterstützer_innen eine Veranstaltung mit dem Thema „Mieten und Wohnen“ im Hof der Behlertstraße initiiert – dem Wohnblock in dem vor knapp zwei Wochen eine leerstehende Wohnung besetzt worden war. Der Einladung folgten etwa 20 interessierte Potsdamer_innen. Im Freien waren Stühle sowie ein Buffet mit Heißgetränken und Snacks aufgebaut. Obwohl die Besetzung in der Lokalpresse thematisiert wurde, erschienen trotz Ankündigung keine Vertreter_innen der etablierten Presse zum Termin.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von einer_m Sprecher_in der Wohnungsbesetzung. Es gehe nicht um das städtische Wohnungsunternehmen Pro Potsdam oder speziell um die Behlertstraße, sondern im Allgemeinen um die Zustände in dieser Stadt, hieß es. Vorausgegangen war der Besetzung eine monatelange erfolglose Wohnungssuche, die von merkwürdigen Vergabeverfahren und unbezahlbar hohen Mieten geprägt war. Gleichzeitig gibt es eine Fülle von leerstehenden Wohnungen – ein Zustand, der kaum noch glaubhaft zu erklären ist.

Die Pressekonferenz wird zur Gesprächsrunde

Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich die Konferenz zu einer regen Unterhaltung und Austausch unter den Besucher_innen. Angeprangert wurde vor allem der Ausverkauf von städtischem Eigentum. Strategischer Leerstand, der Wohnblöcke leichter verkaufbar macht, müsse weiterhin scharf kritisiert werden.

In Potsdam ist neu gebauter Wohnraum für viele unbezahlbar. Niedrige Mieten in etwa unsanierten Wohnungen sind kaum noch zu finden. Längst haben sich Interessengemeinschaften in einzelnen Wohnblocks zusammengefunden, um gegen den Verkauf ihres Wohnraums vorzugehen. Eine Person aus der Heidesiedlung berichtete, dass allein dort 35 Wohnungen leer stünden. Seit Beginn ihres Engagements überprüft der Hausverwalter im 2-Tages-Rhythmus all diese leeren Wohnungen, wohl aus Angst vor einer Besetzung.
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Freiräume – Immer und überall!

Frankfurt (Oder) – Stellungnahme zu den Scheinbesetzungen in der Nacht von Mittwoch, 02.10 auf Donnerstag, 03.10.2013

Steigende Mieten, fehlender Freiraum und mangelnde Perspektive in Frankfurt (Oder) haben eine Gruppe junger Leute zum kreativen Protest gegen diese Missstände in Form 3er Scheinbesetzungen auf den Plan gerufen. Diese Artikel beschreibt die Hintergründe und dient als Stellungnahme zum Warum & Wieso dieser Aktion.
In der Nacht zum „Tag der deutschen Einheit“, wurden im Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) drei Häuser scheinbesetzt. Hierbei handelt es sich um das „Lichtspieltheater der Jugend“, sowie ein verfallenes Wohngebäude in der Fürstenwalder Straße und ein ehemaliges Theater am Rosa Luxemburg Berg.
Die Gebäude sind in schlechtem Zustand, da sie seit über 15 Jahren dem Verfall ausgeliefert sind und sich bisher niemand um eine sinnvolle Nutzung selbiger gekümmert hat. Unter dieser leiden gerade die Menschen, welche mit den ständig steigenden Mieten in Frankfurt (Oder) zu kämpfen haben. Für diese Menschen muss bezahlbarer Wohnraum in der Frankfurter Innenstadt geschaffen werden!
Ein weiteres Problem stellen fehlende Freiräume, auch und gerade für die heranwachsende, sowie für die bereits existierende Jugendkultur dar. Ihnen fehlen Orte an denen ihnen Raum für Kreativität und Beschäftigung geboten wird. Hilfreicher als ein verfallenes Theater, wäre hier zum Beispiel ein soziales Zentrum in dem ihnen genau das gegeben wird, an dem es zurzeit mangelt!
Wir wollen nicht länger zuschauen, wie Menschen am Existenzminimum leben und Jugendliche perspektivlos heranwachsen müssen!
Daher werden wir gegen den aktuellen Lehrstand protestieren und für bezahlbaren Wohn- und Freiraum kämpfen.
Luxussanierungen sowie Kiezaufwertungen stellen für uns keine alternative dar!

Alt und neu Besetztes

Seit fünf Jahren besetzt
Datscha wird vorerst nicht geräumt!
Manchmal ist eine ortsansässige Zeitung über die tagtägliche Berichterstattung über alllerlei Lokalkolorit hinaus doch noch zu etwas gut. So fragte die PNN aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der datscha bei der Stadtverwaltung nach, wie denn der weitere Umgang und die Pläne der Stadt bezüglich unseres Gemeinschaftsbungalows aussehen. Schwarz auf weiss gibt es nun folgende Aussage zu lesen:

“ Das fast auf den Tag genau vor fünf Jahren besetzte linke Hausprojekt „La Datscha“ muss nicht um seine Existenz bangen. Wie Stadtsprecher Markus Klier den PNN auf Anfrage sagte, sehe weder der kommunalen Immobilienservice (KIS) noch die Bauaufsicht derzeit einen Handlungsbedarf, die ehemalige Villa „Wildwuchs“ am Ufer der Havel neben der Humboldtbrücke räumen zu lassen.
Es gebe ebenfalls keine Absicht, das städtische Grundstück im Zuge der Einigung mit der Schlösserstiftung zum geplanten Sportplatz „Nowawiese“ der Stiftung zuzuschlagen, sagte Klier: „Ein Grundstückstausch ist derzeit nicht vorgesehen.“ Solch einen Tausch hatte die Stadtverwaltung in der Diskussion um den „Nowawiese“-Sportplatz erwogen – die „La Datscha“-Aktivisten hatten prompt Widerstand angekündigt.“ den ganzen Artikel lesen
Na dann Prost und auf in die nächsten fünf Jahre! Viva la datscha!!

Neu besetzt
Wohnungsbesetzung in Potsdam zeigt prekäre Wohnraumsituation auf. Potsdam – Student_in besetzt Wohnung
ERKLÄRUNG VOM BLOG „YOLO oder Wohnung?“:

Endlich eine Wohnung gefunden, es wurde auch wirklich Zeit.

Den ganzen Sommer, über Monate, Wohnungssuche, Bewerbung, Ablehnung oder wie es meistens kommt, keine Rückmeldung. In zwei Wochen fängt das Studium an und langsam wusste ich wirklich nicht weiter, aber nun habe ich sie: Eine wunderschöne 2-Raum-Wohnung mit einer nicht zu kleinen Küche und einem Bad, sogar mit Badewanne. Natürlich ist nicht alles perfekt, das Bad und die Küche brauchen wirklich eine Sanierung, die anderen zwei Räume würden mit wenig Aufwand super aussehen. Und die Lage: ruhig, kaum Autolärm zu hören, mit Blick auf einen Innenhof und nur fünf Minuten vom nächsten Supermarkt entfernt. Auch die Nachbarschaft ist super nett, auf den ersten Blick ein Traum, aber nicht für die „Besitzer_innen“ der Wohnung, denn: ich bin ohne ihre Kenntnis hier eingezogen und das nicht aus reiner „Böswilligkeit“ oder „krimineller Energie“, sondern weil ich nichts bekamfand, aber diese Wohnung gleichzeitig leer stand und auch nicht mehr vermietet wird; wieso auch immer.

Nun frage ich mich, wie siehst du es? Ist es in Ordnung in eine leere Wohnung zu ziehen, wenn du nichts anderes hast und auf absehbare Zeit auch nichts bekommst?
Ich für meinen Teil habe beschlossen, mir etwas zu nehmen, was da ist, aberMenschen wie ich in dieser Stadt nicht mehr kriegen.
Presseerklärung des AStA der Uni-Potsdam dazu lesen
blog der Besetzung lesen




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